Lolita - "Eine kleine Schönheit" überlebt . . .

Wie alles begann . . .

Auf MadeiraEnde 2013. Lolita wurde vor vielen Monaten blutüberströmt am Straßenrand auf Madeira gefunden. Sie war wohl von einem Auto überfahren worden. Es gibt Gerüchte die behaupten, sie wäre aus einem Auto geworfen und mit Absicht überfahren worden! Trotz zahlreicher Operationen ist es auf Madeira nicht gelungen, ihr das Auftreten auf allen vier Pfoten zu ermöglichen. Eine Hinterpfote benutzt sie seit ihrem Unfall nicht mehr. In wie fern dem in Deutschland Abhilfe geschaffen werden könnte, war medizinisch nicht geklärt. Aber auch auf drei Pfoten ist Lolita ein Schatz und - ihrem Namen entsprechend - eine kleine Schönheit. Sie selbst beeinträchtig ihre  Behinderung nicht. Im Gegenteil, sie ist Pintas, ihrem Freund und blinden Dalmatiner, eine große Stütze und leiht ihm sozusagen ihre Augen.
Auf Madeira

Eine neue Chance?

Auf MadeiraUnter der Obhut von Maria-Lucia Kleber wurde Lolita geimpft, gechipt und erhielt die Chance mit einem EU-Heimtierausweis nach Deutschland zu kommen. Sie ist zum damaligen Zeitpunkt geschätzt etwa zwei Jahre alt gewesen. Die Hoffnung war, dass sie in einer deutschen Tierklinik noch einmal operiert werden könnte, damit sie wieder auf allen vier Pfoten laufen kann. Die Tierschützerin Christel Helfgen (Tiere kennen keine Grenzen) sollte sie vorerst in Pflege nehmen bevor Lolita dann in ihre eigentliche Familie weiter vermittelt werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand ahnen welchen irrwitzigen und fatalen Lauf die Dinge nehmen sollten . . .
Lolita leiht dem blinden Pintas ihre Augen
20. Januar 2014: Lolita packt - auch den Koffer von Pintas
18. Februar 2014: Abflug von Madeira

Aber es kam alles anders . . .

Auf MadeiraNach der Vermittlung in Deutschland von Frau Helfgen (Tiere kennen keine Grenzen) in ihre neue "Familie" wurde die kleine Schönheit von dieser in einer  saarländischen Tierklinik, der Kleintierklinik Köllertal, vorgestellt. Die zuständige Tierärztin sprach der Knutschugel nach erfolgter Untersuchung jedoch jegliche Lebensqualität ab und empfahl die sofortige Euthanasierung!
Der Befund:
Rechtes Hüftgelenk unoperiert zusammengeheilter Trümmerbruch, linkes Hüftgelenk sowie der obere Teil des Oberschenkelknochens nicht mehr vorhanden! Nur durch den unermüdlichen Einsatz von Frau Helfgen und Frau Ettelbrück konnte die lebenslustige und fidele Maus aus der Familie, die ihr eigentlich Schutz und Geborgenheit geben sollte, wieder befreit werden. Einsicht suchte man dort vergebens. Doch Lolita hat sehr wohl Lebensqualität!
Noch auf Madeira
23. Februar 2014: Die Knutschkugel ist nach Hause gerollt

Ein "unwertes Leben" wird gerettet

Ankunft ZuhauseAuf Nachfrage von Frau Helfgen fand die kleine Knutschkugel als "Notfall" bei uns im "Blackyrudel" erst einmal Unterschlupf. Wir bemerkten sehr schnell, dass die kleine Maus sehr agil, neugierig und scheinbar ohne Schmerzen ist und vor Lebensfreude - und Qualität geradezu strotzt. Wir holten uns also eine zweite Meinung in der Tierklinik Elversberg ein. Die Diagnose der dortigen Experten bestätigte unsere Meinung und wir vereinbarten ein Aufbauprogramm mit Physiotherapie. Auf Empfehlung von Frau Reiber, Tierphysio Saarpfalz, stellten wir "Lolle" zusätzlich in der Tierorthopädie Pfaff in Frankenthal zwecks Anfertigung einer Orthese vor. Dadurch sollte ihr Beckenschiefstand ausgeglichen und ein gerades Laufen ermöglicht werden. Bereits vor dem Verlassen der Klinik war aber eines auf jeden Fall klar: Die kleine Schönheit hat ein neues Zuhause gefunden!
Gerade Zuhause angekommen

Bezeichnender Kommentar von SuA auf www.leas-bande.de

Im GartenSo. Ja, genau so. So sieht ein Hundemädchen aus, das von einer deutschen, aufgrund eines Universitätsabschlusses so genannten Tierärztin noch am Freitag letzter Woche "jegliche Lebensqualität" abgesprochen bekam. Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Aber ich war in einer Schule. Da wurden verschiedenste Unterrichtsfächer gelehrt. Eines davon hieß "Geschichte". Gut, der Lehrer war ein wenig dicklich, schmierig - im Ganzen ein wenig unappetitlich. Aber er ging, was auch in den 70ern und 80ern noch eher unüblich war, eingehend auf das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte ein. Und seither fröstelt mich ein wenig, wenn ich deutsche Ärzte über die Qualität des Lebens von Geschöpfen mit Behinderung philosophieren höre. Sie sollten sich schämen, Frau Tierärztin. Schämen. Ich gehe davon aus, dass sie diese Zeilen nie lesen werden, Frau Tierärztin.
Zuhause im Garten
Im verschneiten WaldAber deshalb habe ich sie auch nicht geschrieben. Geschrieben habe ich sie, weil es mir ein inneres Bedürfnis war. Wer daran interessiert ist zu wissen, zu welcher Tierärztin man besser nicht gehen sollte, der kann uns gerne fragen. Und weil alle Beteiligten wussten, dass man zu einer solchen Tierärztin besser nicht gehen und auf sie besser nicht hören sollte, wurde Lolita auch am Freitag nicht, wie von der "Tierärztin" empfohlen, eingeschläfert. Wir wünschen Dir, Lolita, ein wunderschönes Leben bei Deiner neuen Familie. Es gibt sie in diesem Land leider immer noch. Die Menschen, die glauben, über das Recht auf Leben von behinderten Lebewesen entscheiden zu dürfen. Aber Du kannst beruhigt sein. Es sind nur noch wenige. Und es werden glücklicherweise auch immer weniger.
Lolita mit Blacky in "Lolitas Wintermärchen"
Ende 2014: Lolita springt quicklebendig über Wald und Flur

Die kleine Schönheit hat es geschafft

Auf UnterwasserlaufbandLolita besucht seit April 2014 die Tierphysio Saarpfalz in Saarbrücken. Regelmäßige Gymnastik, Aufbautraining, Infrarot- und Laserbehandlung haben aus ihr mittlerweile eine Hündin gemacht, die mit ihren Hundefreunden fast ohne Einschränkung mithalten kann. Die neugierige Knutschkugel erkundet mit Freude ihre Welt auf Spaziergängen und lernt in der Hundeschule Beta-Dog bei Frau Birgit Lehnen, dass man sich in einem Hundeleben auch mal benehmen muss ;-). Ihre Orthese benutzt sie zurzeit nicht mehr da die Hündin hervorragend ohne läuft und diese mehr Probleme verursacht als geholfen hat. Bei ihren Spaziergängen läuft die Knutschkugel mittlerweile immer längere Strecken auf allen vier Pfoten. Auch wenn wir nach wie vor darauf achten nicht zu lange Spaziergänge mit ihr zu unternehmen,Treppen vermeiden bzw. sie Treppen hoch und runter tragen, so bemerken wir keinen Unterschied mehr zu ihren "nichtbehinderten" Artgenossen. Sie kann fast alles tun was ein gesunder Hund tun kann.
Training auf dem Unterwasserlaufband
Die kleine Schönheit schläft




. . . und nun schlaf gut du kleine Schönheit - du hast es geschafft!

Lolita in ihrem Wintermärchen, eine kleine Galerie

Wintermärchen Wintermärchen Wintermärchen Wintermärchen

Das Video zum Wintermärchen

Wintermärchen Wintermärchen
© 2015 Michael Molter